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Baierbrunn (ots) – In den sozialen Medien zeigt sich besonders deutlich, wie sehr Menschen nach Geltung und dem Wohlwollen anderer streben – täglich wird um Likes und Follower gefeilscht. Doch wer sich bereitwillig auf Facebook, Instagram, Twitter und Co. präsentiert, macht sich gleichzeitig besonders angreifbar, wie der niederländische Sozialpsychologe Professor Paul van Lange von der Freien Universität Amsterdam im Patientenmagazin „HausArzt“ warnt. „Rufschädigung ist ein ernsthaftes Risiko, vor allem, weil sich Klatsch über Netzwerke unglaublich schnell verbreitet und riesige Welle schlagen kann“, so der Experte. „Ist man das Opfer von Getratsche, weiß man ja nicht, wie viele Empfänger es gibt und welche Konsequenzen man möglicherweise tragen muss.“ Dies könne soziale Ängste auslösen und im schlimmsten Fall verheerende Folgen haben.

Besonders unangenehm: Je abwegiger und anstößiger das Thema, desto eher bleibt die Information im Gedächtnis haften. Durch die virtuelle Variante des „Stille Post“-Spiels verloren schon viele Betroffene Freunde, ihren Job oder ihr Selbstwertgefühl. In Einzelfällen scheint extremes Cyber-Mobbing sogar für Todesfälle durch Suizid mitverantwortlich zu sein. Jeder sollte daher gut abwägen, welche Informationen er über andere verbreiten will. „In Untersuchungen stellten wir fest, dass Menschen Gerüchten eher glauben als Fakten“, berichtet Professor Manfred Milinski vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön. Klatsch und Tratsch sollte man also mit Vorsicht genießen und gerade online zurückhaltend mit dem Teilen sein.

Diese Meldung ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. Das Patientenmagazin „HausArzt“ gibt der Deutsche Hausärzteverband in Kooperation mit dem Wort & Bild Verlag heraus. Die Ausgabe 4/2018 wird bundesweit in Hausarztpraxen an Patienten abgegeben.

Quelle: presseportal.de

Bildquelle: shutterstock_226760296

Tags : Cyber-Mobbingsoziale Medien