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Jeder zweite Berufstätige denkt über Jobwechsel nach

Jeder zweite Berufstätige denkt über Jobwechsel nach

Eschborn (ots)

– Bessere Bezahlung zählt zu den Top-Gründen für wechselwillige Mitarbeiter
– Zufriedene Beschäftigte schätzen vor allem faire Arbeitszeiten

Zu wenig Geld, zu wenig Wertschätzung, ein schlechtes Betriebsklima: 50 Prozent der angestellten Mitarbeiter sind mit ihrem Arbeitsplatz so unzufrieden, dass sie sich nach einem neuen Job umsehen. Wer in Zeiten des Fachkräftemangels gutes Personal an sich binden will, sollte deshalb auf breiter Ebene über das Wohlbefinden seiner Beschäftigten nachdenken. Unter anderem zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Bevölkerungsbefragung der ManpowerGroup Deutschland.

Die gute Nachricht: Die Hälfte aller Befragten ist mit den Bedingungen am Arbeitsplatz derzeit noch zufrieden. Dabei steht für 45 Prozent der angestellten Mitarbeiter im Vordergrund, dass die vereinbarten Arbeitszeiten eingehalten werden. 44 Prozent sehen die Bezahlung als fair an und 37 Prozent schätzen die flexiblen Arbeitszeitmodelle des Arbeitgebers. 34 Prozent der Befragten freuen sich darüber, dass es regelmäßig Weiterbildungen gibt. Immerhin noch 31 Prozent erachten das eigene Unternehmen als familienfreundlich.

Wechselgründe: Mehr Geld und mangelnde Anerkennung

Dass es für Unternehmen, die gute Mitarbeiter an sich binden wollen, schon jetzt einiges zu tun gibt, belegen folgende Zahlen: 50 Prozent der Studienteilnehmer würden den Job gern schon innerhalb der nächsten zwölf Monate wechseln. Der Hauptgrund für die Unzufriedenheit ist finanzieller Natur. So geben 22 Prozent der Befragten an, eine Position mit besserer Bezahlung zu suchen. Und auch mangelnde Wertschätzung motiviert zum Jobwechsel: Immerhin 15 Prozent der Angestellten haben das Gefühl, dass ihre Leistungen im Betrieb nicht ausreichend anerkannt werden. Zwölf Prozent wollen kündigen, da sie Abwechslung und andere Projekte suchen.

Gutes Betriebsklima bindet Mitarbeiter

Als fast ebenso wichtig empfinden viele Beschäftigte ein angenehmes Miteinander im Betrieb: Zwölf Prozent der Befragten beklagen ein schlechtes Arbeitsklima und schauen sich deshalb nach einem neuen Job um. Dazu trägt auch die immer noch mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei. Neun Prozent der Deutschen geben an, dass sie eine Tätigkeit suchen, bei der sie beides besser miteinander verbinden können. „Die Ergebnisse zeigen, dass das Gehalt den Mitarbeitern zwar wichtig ist, aber nicht der einzig entscheidende Faktor, der Menschen an ein Unternehmen bindet“, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland. „Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels muss in den Führungsetagen somit vermehrt darüber nachgedacht werden, wie die Mitarbeiter mehr Wertschätzung erfahren und das Betriebsklima deutlich verbessern werden kann.“

Mehr zur Studie finden Sie unter: http://ots.de/8YMm8W

Über die Umfrage

Für die bevölkerungsrepräsentative Befragung „Jobzufriedenheit 2018“ wurden online 1.010 Bundesbürger befragt. Das Marktforschungsinstitut Toluna führte sie im April 2018 durch.

Über die ManpowerGroup

Die ManpowerGroup ist weltweit führend in der Bereitstellung innovativer Lösungen und Dienstleistungen, mit denen Unternehmen in der sich verändernden Welt der Arbeit erfolgreich sein können. Mit mehr als 29.000 Mitarbeitern zählt die ManpowerGroup zu den drei größten Personaldienstleistern in Deutschland. Unter dem Dach der Unternehmensgruppe agieren an bundesweit 360 Standorten die Gesellschaften Manpower, Stegmann, Experis, ManpowerGroup Solutions, Proservia, Right Management sowie spezialisierte Einzelmarken. Mehr Informationen erhalten Sie unter http://www.manpowergroup.de.

Quelle: presseportal.de

Bildquelle: „obs/ManpowerGroup Deutschland GmbH/ManpowerGroup GmbH & Co. KG“

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Erfolgreich im Assessment Center

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Personalfragen sind Vertrauensfragen. Und doch werden immer häufiger interessante Stellenbewerber mit einem besonders intensiven Auswahlverfahren getestet: Dem Assessment Center. Personalentscheider versprechen sich hiervon ein umfassendes Bild über die Stärken und Schwächen der Kandidaten zu erhalten. Mögliche Anforderungen an die Stellenbewerber sind Tests, Team-Aufgaben, Präsentationen, Stressinterviews oder Gruppen-Diskussionen. Jeder Schritt wird registriert und beurteilt. Und selbst in den Pausen müssen die Kandidaten mit Observation und unangenehmen Fragen rechnen.

Ein besonderes Auswahlverfahren

Das Assessment Center (kurz AC) ist eine Kombination von Verhaltens- und Arbeitsproben. Unter teilweise schwierigen Bedingungen müssen die Kandidaten eine Anzahl von Aktivitäten durchführen – die Aufgaben werden teils allein, teils in der Gruppe gelöst. Die Zusammensetzung der Aktivitäten basiert auf abgestimmten Verhaltenskriterien und dem spezifischen Anforderungsniveau einer bestimmten Funktion. Während des gesamten Testprogramms werden die Teilnehmer auf systematische Weise durch ein Team von Beobachtern, den so genannten Assessoren beobachtet. Ein AC dauert in der Regel mindestens einen halben Tag, kann sich aber durchaus über mehrere Tage erstrecken. Obwohl die Erscheinungsformen des AC variieren, liegt der Fokus stets auf der Persönlichkeit des Kandidaten. Im AC schneidet derjenige gut ab, der trotz größter Komplikationen Souveränität und Kompetenz ausstrahlt. Dies gelingt durch eine gute Vorbereitung und die gezielte Beherrschung der Soft Skills, die bei diesem Prüfungsverfahren von entscheidender Bedeutung sind.

Wichtige Stationen eines AC

Tests
Persönlichkeit (Verhaltensweisen und Charaktereigenschaften), Intelligenz, logisches Denken, Stressfestigkeit und Konzentrationsfähigkeit stehen im Mittelpunkt verschiedener schriftlicher und mündlicher Tests.

Einzel- und Gruppeninterviews
Wie in einem Vorstellungsgespräch erhalten die Kandidaten die Gelegenheit, ihr Fachwissen und sich selbst zu präsentieren – auch unter Stressbedingungen.

Vier-Augen- und Gruppengespräche
Sie gewähren Einblicke hinter die Fassade der einzelnen Bewerber, geben Hinweise auf ihr soziales Verhalten und ihre rhetorischen bzw. kommunikativen Kompetenzen. Gelingt dem Kandidaten aktives Zuhören und wie steht es um seine Fähigkeit, auf den Gesprächspartner einzugehen?

Diskussionen
Ein meist allgemeines Thema bietet den Teilnehmern die Gelegenheit, ihr analytisches Denken, ihr argumentatives Geschick, ihre Überzeugungs- und Durchsetzungsfähigkeit, Stressfestigkeit und sonstige rhetorische und kommunikative Fähigkeiten zu zeigen.

Rollen- und Planspiele
Simulationen alltagsnaher Situationen aus dem Unternehmen testen die sozialen Kompetenzen der Bewerber wie Einfühlungsvermögen, Konfliktfähigkeit, Kompromiss- bzw. Kooperationsbereitschaft und Überzeugungskraft im Umgang der Bewerber mit Kollegen, Vorgesetzten und Kunden.

Kurzvorträge und (Selbst-)Präsentationen
Ziel dieser Aufgaben ist es, in etwa drei Minuten die wichtigsten Aspekte eines Themas oder seiner Person auf den Punkt bringen, Aufmerksamkeit zu erregen und Interesse zu wecken. Getestet wird so auch die Fähigkeit, einen roten Faden zu finden, Prioritäten zu setzen und Aspekte zu verknüpfen.

Postkorbübung
Dieser Klassiker des AC testet Belastbarkeit, Entscheidungsfähigkeit, logisches Denken und die Fähigkeiten, Prioritäten zu setzen und zu delegieren. Eine lange Liste von Aufgaben unterschiedlichster Wichtigkeit (= Postkorb) soll unter ständiger Beobachtung in kürzester Zeit in effektiver Reihenfolge erledigt werden. Die Aufgabenliste richtet sich häufig nach den Anforderungen der betreffenden Stelle.

Vorbereitet und Souverän agieren

Die Präsentation der eigenen Person, also des individuellen Profils, ob nun bei Einzel- oder Gruppenaufgaben, ist ein wichtiger Bestandteil beim AC. Eine Auseinandersetzung mit den eigenen Kompetenzen ist deshalb die universell gültige Hausaufgabe, die entweder allein oder mit einer Karriereberatung bzw. einem Assessment Center Training vorab bearbeitet werden kann. Eine Vorbereitung, die sich durch souveränes Verhalten auszahlt. Hinzu kommt, dass eine engagierte AC-Teilnahme aus Bewerbersicht verschiedene Vorteile bietet. Nicht nur der Bewerber gibt einen Einblick in seine Persönlichkeit, auch das Unternehmen präsentiert sich. Anhand des Auswahlverfahrens kann der Bewerber Rückschlüsse auf die Unternehmenskultur ziehen, denn man will ja seine Eignung an möglichst realitätsnahen Situationen testen. Ein weiterer Vorteil können die eigenen Erkenntnisse aus den unterschiedlichsten Übungen sein. Durch die intensive Auseinandersetzung beispielsweise mit Präsentations- oder Zeitmanagement-Aufgaben können individuelle Stärken und Schwächen besonders authentisch beurteilt werden.

Gastbeitrag von Hesse/Schrader –  Büro für Berufsstrategie GmbH

 

 

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AllgemeinJobwechselKarriere

Das Zwischenzeugnis

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Mit Beendigung eines Arbeitsverhältnisses haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Das bedeutet, Ihr Arbeitgeber beurteilt Ihre erbrachten Leistungen, Ihre Motivation und Ihr Verhalten während des gesamten Beschäftigungsverhältnisses. Dabei ist er zu einem Wohlwollens-, Wahrheits- und Klarheitsgrundsatz verpflichtet. Das bedeutet: Der Inhalt darf keine Unklarheiten, Auslassungen oder inkorrekte Aussagen enthalten. Aber auch Tippfehler, Flecken und Knicke haben im Arbeitszeugnis nichts zu suchen. Mittlerweile hat sich eine Art Zeugnissprache etabliert, die bei der Deutung eines Arbeitszeugnisses weitergehende Erkenntnisse über den beurteilten Mitarbeiter erlaubt. Endzeugnisse werden beim Verlassen des Unternehmens ausgestellt und gehören neben Ihrem Lebenslauf zu den wichtigsten Anlagen Ihrer Bewerbung. Es lohnt sich also, das Zeugnis – sobald Sie es erhalten – auf „Herz und Nieren“ zu prüfen/prüfen zu lassen und ggf. den Unterzeichner um eine Anpassung zu bitten. Was hat es nun aber mit dem Zwischenzeugnis auf sich?

Die Bedeutung des Zwischenzeugnisses

Ein Kollege hat Ihnen im Vertrauen erzählt, dass er sich ein Zwischenzeugnis hat ausstellen lassen – oder Sie spielen mit dem Gedanken, eine Beurteilung Ihrer bisherigen Leistungen anzufordern. Wahrscheinlich fragen Sie sich: Wem steht ein Zwischenzeugnis zu, welches sind die Voraussetzungen, was für ein Nutzen hat es und kann es für Sie eventuell auch problematisch sein, eine solche Bitte vorzutragen?

Zunächst ist Folgendes festzuhalten: Ein Zwischenzeugnis steht jedem zu, der ein berechtigtes Interesse hat. Aber Achtung: Die unvermittelte Frage nach einem Zwischenzeugnis erweckt schnell den Eindruck, Sie wollen sich nach einer neuen Arbeitsstelle umsehen. Hier ist also schon einmal Fingerspitzengefühl gefragt.

Wenn Sie sich in einem bestehenden ungekündigten Arbeitsverhältnis befinden, kann eine gute Leistungs- und Verhaltensbeurteilung mitunter einen Schutz gegen eine spätere personen- oder verhaltensbedingte Kündigung darstellen. War die bisherige Zusammenarbeit positiv, fällt die Beurteilung in einem Zwischenzeugnis zudem sicher gut aus. Und es gibt noch ein sehr gutes Argument, das manchen nicht bewusst ist: Wurde einmal ein Zwischenzeugnis erstellt, so setzt dies einen Maßstab für das spätere Endzeugnis. Die hier aufgeführten Leistungen und Beurteilungen dürfen im Endzeugnis nicht unbegründet widerrufen werden, ein Arbeitgeber muss eine im Endzeugnis schlechtere Beurteilung rechtfertigen. Bundesarbeitsgericht

Wagen Sie also ruhig den Schritt, nach einem Zwischenzeugnis zu fragen!

Wann liegt ein „berechtigtes Interesse“ vor?
Es gibt zahlreiche Situationen, in denen Sie mit gutem Grund ein Zwischenzeugnis beantragen können. Wenn Sie befürchten, Ihr Arbeitgeber könnte sich dagegen sträuben: Hier eine Auswahl durchsetzbarer Gründe, die nachvollziehbar sind und in der Regel auch nicht ohne Weiteres abgelehnt werden.

Sie wurden befördert
Herzlichen Glückwunsch. Holen Sie sich für Ihren bisherigen Job eine abschließende Beurteilung.

Sie bekommen einen neuen Vorgesetzten
Es ist üblich, dass Sie in diesem Fall eine Leistungsbeurteilung erhalten. Sollten Sie diese nicht automatisch bekommen, fragen Sie aktiv danach.

Sie wurden versetzt
Bei einer Versetzung wechselt in der Regel nicht nur der Vorgesetzte – auch hier macht es Sinn, sich ein Feedback über Ihre bisherigen Leistungen geben zu lassen.

Sie bekommen im Unternehmen eine andere Position
Wie bei einer Beförderung können Sie sich für Ihre bislang erbrachte Leistung eine abschließende Beurteilung einholen.

Eine Betriebsübernahme steht an
In so einer Situation stehen Arbeitsplätze oftmals auf dem Prüfstand, im äußersten Fall drohen auch Entlassungen. Fragen Sie jetzt unbedingt nach einem Zwischenzeugnis.

Ihre Arbeitsaufgaben haben sich verändert
Sie bekommen neue Aufgaben hinzu oder geben welche ab, zum Beispiel durch Umstrukturierungen im Unternehmen. Oder ein Kollege, den Sie für längere Zeit in seinem Aufgabenbereich vertreten haben, kehrt zurück und Sie übernehmen (wieder) andere Aufgaben. Lassen Sie sich in beiden Fällen ein Zwischenzeugnis aushändigen.

Ihnen steht eine Entlassung bevor
Ihr Unternehmen ist aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen, Stellen abzubauen. Auch wenn Sie nicht wissen, ob Sie von dieser Maßnahme betroffen sein werden, empfiehlt es sich ein Zwischenzeugnis ausstellen zu lassen.

Bei langer Betriebszugehörigkeit
Sie sind schon lange im Unternehmen beschäftigt, haben aber bislang noch keine schriftliche Bewertung Ihrer Leistung erhalten. Dann warten sie nicht länger und fragen nach einem Zwischenzeugnis!

Sie gehen in Elternzeit bzw. nehmen ein Sabbatjahr
Eine geplante längere Auszeit vom Job ist ein nachvollziehbarer Grund, sich ein Zwischenzeugnis ausstellen zu lassen. Schließlich könnte der Arbeitgeber nach Ihrer längeren Pause Ihre Leistungen nicht mehr ganz präsent haben.

Sie möchten den Job wechseln
Mit einem guten Zwischenzeugnis im Gepäck haben Sie gute Chancen im Bewerbungsverfahren. Seien Sie aber sehr diplomatisch, wenn Sie Ihrem Arbeitgeber dieses Anliegen vortragen.

Was Sie sonst noch wissen sollten:
Die Erstellung eines Zwischenzeugnisses bedeutet für Ihren Arbeitgeber genau so viel Zeitaufwand wie das Verfassen eines Endzeugnisses. Um Missverständnissen und Unklarheiten vorzubeugen, stellen Sie Ihren Antrag lieber schriftlich.

Wichtig:
Im Zwischenzeugnis gelten die gleichen formalen und inhaltlichen Anforderungen wie in einem Arbeitszeugnis. Wenn Sie sich über die Qualität des Zwischenzeugnisses unsicher sind, können Sie es gerne von uns prüfen lassen.

Unser Angebot dazu finden Sie hier: Arbeitszeugnis Check

Gastbeitrag von Hesse/Schrader –  Büro für Berufsstrategie GmbH

 

 

 

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AllgemeinBerufseinstiegJobwechselKarriereTipps

Berufserfahrung vs. Soft-Skills – was überzeugt den Personaler mehr?

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Symbolbild

Besonders für Berufseinsteiger stellt das Verfassen einer Bewerbung meist eine große Herausforderung dar. Viele Unternehmen geben sich schon lange nicht mehr rein mit einem guten Universitätsabschluss und einem absolvierten Praktikum oder Nebenjob zufrieden – 2 bis 3 Jahre Berufserfahrung fordern viele in ihren Stellenausschreibungen. Doch wie lässt sich das realisieren, wenn kein Unternehmen Berufseinsteigern die Chance gibt Berufserfahrung zu sammeln? Ist Berufserfahrung das ausschlaggebende Kriterium einer jeden Bewerbung? Oder kann man Personaler auch mit wenig Berufserfahrung überzeugen? Welche Rolle spielen die persönlichen Eigenschaften der Bewerber, die sogenannten Soft-Skills?

Was sind Soft-Skills?
Unter dem Begriff Soft-Skills, übersetzt weiche Faktoren, werden sogenannte Schlüsselqualifikationen oder soziale Kompetenzen verstanden, welche mit der Persönlichkeit, dem Charakter und Verhaltensweisen des Bewerbers verknüpft sind. Auch die persönliche Reife eines Bewerbers lässt sich anhand seiner Soft-Skills sehr gut bewerten. Im Allgemeinen handelt es sich dabei also um nicht fachliche Qualifikationen oder Kompetenzen. Soft Skills umfassen:

  • persönliche Kompetenzen – den Umgang mit sich selbst (etwa Selbstdisziplin, Selbstvertrauen oder Selbstkritik)
  • soziale Kompetenzen – den Umgang mit anderen Menschen (z.B. Teamfähigkeit oder Empathie)
  • methodische Kompetenzen – das Beherrschen bestimmter Techniken/Methoden (etwa Medienaffinität oder Problemlösungskompetenz)

Damit beschreiben sie überfachliche Qualifikationen und sind im Gegensatz zu den fachlichen Fähigkeiten, den Hard Skills (u.a. der Berufserfahrung) sehr viel schwieriger zu überprüfen.

Typische Soft Skills sind: Teamfähigkeit, Kritikfähigkeit, Lernbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein, Eigeninitiative, Empathie oder Kommunikationsfähigkeit. Besonders die sozialen Kompetenzen sind stark mit der jeweiligen Persönlichkeit verbunden und werden oftmals schon in der Kindheit erworben bzw. trainiert. Eigenschaften der methodischen Kompetenzen, wie etwa rhetorische Fähigkeiten, können zwar ebenfalls bereits früh entstehen, werden in der Regel aber erst im Laufe des Bildungsweges weiterentwickelt, geschult und bestenfalls perfektioniert. Die individuelle Liste der persönlichen Soft Skills ist somit also nie ganz abgeschlossen und ein stetiger Lernprozess.

Welche Soft-Skills sind in der Bewerbung relevant?
Da ein jeder Bewerber bestimmte Soft Skills besitzt und diese einen wachsenden Stellenwert in der Bewerbung haben, listen sie viele Bewerber wahrlos in Anschreiben und Lebenslauf auf – leider ganz entgegen dem Motto: Weniger ist mehr. Denn oft sind die Bewerber unsicher und denken sich, besser alles erwähnen, irgendwas davon wird dann schon passen. Doch das ist oft ein großer Fehler! Beliebigkeit und reines Auflisten von Soft-Skills nimmt jedem Bewerbungsschreiben die Qualität. Schließlich kommt es hier nicht auf die Quantität, sondern auf die Qualität der Soft Skills an.

Um für die Bewerbung die passenden Soft-Skills herauszufiltern, auf die es ankommt, gibt es verschiedene Aspekte zu beachten. Zunächst sollte man sich immer auf seine individuellen Fähigkeiten konzentrieren. Es gibt unzählige Soft-Skills und natürlich kann nicht jeder jede Fähigkeit besitzen. Bei der Bewerbung gilt also: unbedingt bei der Wahrheit bleiben! Denn besonders was Soziale Kompetenzen und Co. angeht, werden Lügen sehr schnell enttarnt – spätestens in den ersten Wochen im neuen Job. Schlimmstenfalls ist man dann nicht nur seinen Job bereits in der Probezeit wieder los, sondern hat auch seine Glaubwürdigkeit verspielt. Des Weiteren ist es wichtig herauszufinden, welche Soft-Skills genau gesucht werden. Idealerweise ist die perfekte Bewerbung auf exakt die Soft-Skills ausgerichtet, die für die angestrebte Position relevant sind. Hier lohnt es sich die Stellenanzeige sowie die Unternehmenswebsite genau zu studieren, denn dort finden sich oft genauen Anforderungen, die das Unternehmen an Bewerber stellt – nicht nur fachlich, sondern auch im Bereich der sozialen Kompetenzen. Außerdem ist es unausweichlich, die gefilterten Soft-Skills in Ihrer Bewerbung mit Beispielen zu belegen. Leere Phrasen á la: „Ich bin ein sehr kommunikativer und teamfähiger Mensch.“ sind hier nicht gerne gesehen.

Soft-Skills oder Berufserfahrung?
Früher war die reine Berufserfahrung oft ausschlaggebend für viele Personaler. Auch heute noch legen viele Unternehmen, besonders bei Berufseinsteigern, sehr viel Wert darauf. Zunehmend werden aber auch Soft-Skills mehr und mehr zum Wettbewerbsvorteil. Aber warum? Ganz einfach: Hinter den Soft Skills verbirgt sich oft das wahre Potenzial eines Bewerbers. Wissen kann man sich auch durch stumpfes Auswendiglernen aneignen – es zusammen mit anderen und im Team anzuwenden, ist dann aber eine völlig andere Geschichte.

 

Vor allem wer als Bewerber Eigenschaften wie Offenheit, Lernwilligkeit, Kommunikationsstärke und emotionale Intelligenz mitbringt, passt sehr viel besser ins Team, fügt sich schneller ein, überzeugt und erreicht auch mehr. Und genau darauf kommt es in großen Unternehmen oft an. Schließlich verbringen die allermeisten Menschen den Großteil ihres Tages am Arbeitsplatz, reden mehr mit ihren Kollegen als mit ihrer Familie, kennen das Team besser als ihre Nachbarn und sind deren Launen und Marotten öfter ausgeliefert als dem Partner zu Hause. In der sozialen Gemeinschaft des Büros treffen regelmäßig die unterschiedlichsten Charaktere aufeinander. Damit umgehen und sich einzufügen zu können ist eine wertvolle Eigenschaft – und essenziell für den Erfolg im Beruf. Gerade deshalb legen immer mehr Personaler einen höheren Wert auf die Soft-Skills. Gepaart mit etwas fachlicher Kompetenz und ein wenig Berufserfahrung entsteht so die ideale Basis für den perfekten Bewerber und somit auch den idealen neuen Angestellten.

Gastartikel von richtiggutbewerben.de

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AllgemeinJobwechselTipps

Bore-out: Fünf Anzeichen dafür, dass ein Jobwechsel dringend nötig ist

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Burn-out ist mittlerweile fast jedem ein Begriff: Wenn die Aufgaben im Job einem über den Kopf wachsen, man nur noch gestresst ist, Überstunden zur Normalität werden und Freizeit und Arbeitszeit kaum noch zu trennen ist, führt das bei vielen Berufstätigen zu psychischen Belastungen und Erkrankungen, die gemeinhin als Burn-Out bezeichnet werden. Die Belastung ist dabei so groß, dass der Druck psychische und physische Folgen nach sich ziehen kann.

Bore-out dagegen, in Anlehnung an das bekanntere Burn-out so betitelt, ist die dauerhafte Unterforderung am Arbeitsplatz. Der Betroffene entwickelt dabei, meist über Jahre, Strategien, um ausgelastet und beschäftigt zu wirken, ohne es zu sein. Was sich zunächst nach Faulheit anhört, ist allerdings keine, sondern eine einer Krankheit ähnliche Ausweichhandlung. Eigentlich sucht er nach einer Herausforderung und Anerkennung im Beruf, hat sich aber dazu entwickelt, nicht mehr danach zu suchen. Aus Angst vor dem Jobverlust, falls diese Unterforderung öffentlich wird, sucht er als Lösung das Vortäuschen von Arbeit.

Die Symptome, die Bore-out auslösen kann, ähneln dabei sogar dem des Burn-out – und sollten in jedem Fall ernst genommen werden! Die Betroffenen sind frustriert, fühlen sich ruhelos und ausgelaugt. Eine Lösung kann sein, den Kreislauf selbst zu durchbrechen, wenn man merkt, dass man in eine Bore-out-Spirale fällt und sich eine neue Beschäftigung. Doch wann macht ein Jobwechsel wirklich Sinn? Und bei welchen Zeichen sollte man sich Gedanken machen, ob die derzeitige Stelle einen wirklich noch erfüllt? Unser Partner richtiggutbewerben.de, Experten, wenn es um professionelles Bewerbungsschreiben und Lebenslauf geht, nennt 5 Warnhinweise:

#1: Man verbrennt mehr Zeit beim Surfen als mit der Arbeit
Mal bei der Arbeit privat eine Information nachschlagen oder in einer ruhigen Minute Online einen Zeitungsartikel lesen – das hat fast jeder schon einmal gemacht. Beim Bore-out ist es aber so, dass die eigentliche Arbeit so schnell erledigt ist, dass einfach nichts weiter ansteht, was man tun könnte. Also vertrödelt man die Zeit im Büro irgendwie: Online shoppen, private E-Mails verschicken, chatten oder einfach von einer Seite auf die nächste klicken! Wer regelmäßig mehr Zeit mit solchen Ausweichhandlungen verplempert, als wirklich zu arbeiten, sollte unbedingt über einen Jobwechsel nachdenken.

#2: Du bereitest Ausweichhandlungen vor
Diese Tätigkeiten, die man anstelle der eigentlichen Aufgaben tut, werden aber auch schnell langweilig. Wenn es tatsächlich soweit ist, dass man sich extra hierfür Zeitschriften mit ins Büro nimmt oder Wege vorbereitet, noch leichter Zeit totzuschlagen, ist es soweit, sich nach einer neuen Herausforderung umzusehen, die einen mehr fördert und fordert.

#3: Unnötige Fehler häufen sich
Je mehr man mit anderen Dingen beschäftigt ist, desto mehr Fehler schleichen sich bei der eigentlichen Arbeit ein. Die Konzentration schwindet, wenn man sich jeden Tag nur langweilt und mit dem eigentlich Job innerlich bereits abgeschlossen hat. Das hat nichts mit der Qualifikation oder dem Können zu tun – sondern mit der Motivation! Wer sich nicht für die Arbeit motivieren kann, liefert auch keine guten Ergebnisse mehr ab. Das Resultat: Beruflicher Stillstand, der meist wiederum dazu führt, dass die Langeweile und Unterforderung nicht ab-, sondern eher noch weiter zunimmt!

#4: Man lernt nichts mehr und drückt sich vor Herausforderungen
Es ist definitiv Zeit für einen Wechsel des Arbeitsplatzes, wenn man merkt, dass man beruflich in einer Sackgasse steckt und es sich zeigt, dass es in der derzeitigen Position nicht weiter geht. Manche fühlen sich wohl, wenn man eine Stelle gefunden hat, die einen erfüllt und die man liebt. Wenn aber jahrelang nur routinierte Abläufe locken und man jeden Handgriff mittlerweile kennt, sollte man sich vielleicht nach einem neuen Job umsehen – oder zumindest für Abwechslung sorgen: Vielleicht überrascht man den Chef mit Eigeninitiative und der Bitte um neue Aufgaben oder um ein neues Projekt?

Wenn selbst das nicht mehr geht und man selber bemerkt, dass man sich vor Aufgaben und Herausforderungen drückt, OBWOHL die eigene To-Do-Liste gar nicht so lang ist, ist definitiv Handlungsbedarf angesagt!

#5: Du belügst nicht nur Kollegen und den Chef, sondern auch die Familie
Allerhöchste Eisenbahn ist allerdings, wenn man nicht nur die Kollegen und den Chef belügt, um Aufgaben auszuweichen und Beschäftigung vorzuspielen, sondern auch sich selbst und diejenigen, die einem selbst am Herzen liegen. Wer zuhause nach der Arbeit Stresssymptome zeigt und die unbefriedigende Arbeit dafür verantwortlich macht, hat den Punkt erreicht, an dem man definitiv handeln sollte.

Fazit:
Mit Bore-out ist nicht zu spaßen. Es handelt sich hierbei um ein Phänomen, das ernsthafte Folgen (psychisch, beruflich, privat) für die Betroffenen haben kann – und man sollte nicht zögern, den Personen, die darunter leiden, Hilfe anzubieten. Oft wird Bore-out mit bloßer Faulheit verwechselt, womit man den Betroffenen aber unrecht tut. Sollte es nicht möglich sein, sich selbst aus dem Trott zu befreien und um einen neuen Job, der mehr Erfüllung bietet, zu bewerben, sollte man sich professionelle Hilfe bei einer psychologischen Beratung suchen.

Gastbeitrag von richtiggutbewerben.de

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