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Dunkle Jahreszeit: Gut abgesichert bei Dienstreisen mit dem Auto

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Frankfurt (ots) – Zwischen Müdigkeit, Meetings und zerknitterten Hemden: Dienstreisen können schnell zu einer stressigen Angelegenheit werden, besonders wenn es draußen kalt und dunkel wird. Die Experten der DVAG klären über den Versicherungsschutz in dieser Situation auf.

Geschäftsessen, Vortrag oder Konferenz: Dienstreisen sind eigentlich eine willkommene Abwechslung zum Arbeitsalltag. Doch besonders in der dunklen Jahreszeit kann die Reise mit dem Auto anstrengend werden. Feuchtes Laub, der erste Frost, frühe Dämmerung und verstärkter Wildwechsel sorgen für ein erhöhtes Unfallrisiko: Die Experten der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) klären Fragen rund um den Versicherungsschutz während einer Dienstreise.

Unfall – wann greift welcher Versicherungsschutz?

Grundsätzlich gilt: Arbeitnehmer sind bei Tätigkeiten, die sie im Auftrag ihres Arbeitgebers durchführen sowie auf den damit verbundenen direkten Wegen gesetzlich unfallversichert. Dieser Versicherungsschutz greift auch auf offiziell genehmigten Dienstreisen. Ob man mit der Bahn oder mit dem Auto fährt, spielt dabei keine Rolle. Die gesetzliche Versicherung greift hier übrigens auch bei Tätigkeiten, die unmittelbar mit der Geschäftsreise zusammenhängen, wie etwa das Tanken. Die Versicherungsprofis der DVAG geben jedoch zu bedenken: „Wer zum Beispiel auf dem Rückweg einen Schlenker zu Familie oder Freunden fährt, hat dabei keinen gesetzlichen Schutz, sondern benötigt eine private Unfallversicherung.“ Generell lohnt sich eine solche Police, denn diese Absicherung greift nicht nur rund um die Uhr, sondern auch weltweit.

Gesetzlicher Schutz? Fehlanzeige!

Langer Arbeitstag, endlich im Hotelzimmer angekommen, jetzt noch duschen und dann ab ins Bett? Rutscht man dabei aus und bricht sich das Bein, ist man nicht gesetzlich versichert. Denn: Passiert ein Unfall bei persönlichen oder eigenwirtschaftlichen Tätigkeiten, zählt dieser nicht als Arbeitsunfall. Darunter fallen beispielsweise auch Stürze im Hotelzimmer, ein Nickerchen zwischendurch oder gar der Toilettengang zwischen Meetings – kein gesetzlicher Unfallschutz. Und die Anzahl der Übernachtungen auf Geschäftsreisen deutscher Unternehmen lag 2017 bei über 70 Millionen. Das geht aus der Geschäftsreiseanalyse 2018 vom Verband Deutsches Reisemanagement hervor. „Eine private Unfallversicherung gehört ins Gepäck eines jeden Arbeitnehmers, denn sie schützt überall – egal ob im Meeting, beim Essen oder nach Feierabend im Hotelzimmer“, so die Vermögensberater.

5 typische Dienstreise-Situationen, die zur Arbeit zählen:

– Vorbereitung: bei Tätigkeiten wie etwa eine Fahrkarte lösen oder das Gepäck vor dem Flug aufgeben
– Kurzer Zwischenstopp: wer unterwegs eine Pause einlegen muss, um das Auto zu betanken
– Der kleine Hunger kommt: Auch der Weg zu einem nicht unverhältnismäßig weit entfernten Restaurant inklusive Rückweg
– Meetings: ob Besprechungen oder Kundenbesuche – alle Tätigkeiten, die mit der Dienstreise verbunden sind
– Überstunden: alle aufgrund der Dienstreise erforderlichen Überstunden – dabei ist es unerheblich, ob die gesetzliche Höchstarbeitszeit überschritten wird

Über die Deutsche Vermögensberatung Unternehmensgruppe

Mit rund 5.000 Direktionen und Geschäftsstellen betreut die Deutsche Vermögensberatung Unternehmensgruppe über 8 Mio. Kunden zu den Themen Finanzen, Vorsorge und Absicherung. Die DVAG ist Deutschlands größte eigenständige Finanzberatung. Sie bietet umfassende und branchenübergreifende Allfinanzberatung für breite Bevölkerungskreise, getreu dem Unternehmensleitsatz „Vermögensaufbau für jeden!“. Aktuelle Informationen und Unternehmensnachrichten finden Sie unter www.dvag.de

Quelle: presseportal.de

Bildquelle: „obs/DVAG Deutsche Vermögensberatung AG/Masterfile/RF/DVAG“

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Fit im Job trotz hoher Temperaturen

Fit im Job trotz hoher Temperaturen

Dortmund (ots) – Wenn sich der Sommer von seiner heißen Seite zeigt, kann es im Büro unangenehm werden. Es gibt jedoch keinen Rechtsanspruch auf klimatisierte Räume oder Hitzefrei. Dennoch müssen Arbeitgeber ihre Beschäftigten vor Gefährdungen durch hochsommerliche Temperaturen schützen. Das jetzt überarbeitete Faltblatt „Sommerhitze im Büro“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) fasst Tipps für Arbeit und Wohlbefinden bei Hitze kompakt und verständlich zusammen.

Wenn die Temperatur in Innenräumen witterungsbedingt über 26 Grad Celsius klettert, sollten Arbeitgeber mögliche Gefährdungen ihrer Beschäftigten mindern. Ab 30 Grad Celsius müssen sie Maßnahmen ergreifen. Das BAuA-Faltblatt „Sommerhitze im Büro“ zeigt, was Betriebe und Beschäftigte machen können, um die Arbeit erträglich zu gestalten. So muss der Betrieb Beschäftigte vor direkter Sonneneinstrahlung beispielsweise durch Sonnenblenden oder Jalousien schützen. Zudem können die Arbeitszeiten flexibel gestaltet werden, sodass Beschäftigte zum Beispiel eine längere Siesta in der heißen Mittagszeit machen können. Am besten die kühle Morgenluft nutzen, um die Raumtemperatur im Erträglichen zu halten. Eine lockere Kleiderordnung schützt gegen Überhitzung des Körpers.

Die Beschäftigten sollten den Sonnenschutz nutzen und leichte, bequeme Kleidung anziehen. Bei hohen Temperaturen sollten drei Liter oder mehr am Tag getrunken werden, um den Flüssigkeitsverlust durchs Schwitzen auszugleichen. Werden die Handgelenke mit kaltem Wasser benetzt, sorgt das für angenehme Kühlung. Zudem sollte auf den Körper geachtet werden. Fühlt man sich nicht wohl, sollten kühlere Bereiche aufgesucht werden.

Das Faltblatt informiert auch über die relevanten Rechtsgrundlagen, wie die Arbeitsstättenverordnung sowie die Technischen Regeln für Arbeitsstätten. Weiterführende Informationen runden es ab. So liefert die BAuA auf zwei übersichtlichen Seiten einen guten Überblick, wie Arbeitgeber und Beschäftigte mit der sommerlichen Hitze am Arbeitsplatz umgehen können und sollten.

Das neue Faltblatt gibt es im Internetangebot der BAuA unter www.baua.de/publikationen.

Direkter Link: www.baua.de/dok/8657922

Forschung für Arbeit und Gesundheit Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des BMAS. Sie betreibt Forschung, berät die Politik und fördert den Wissenstransfer im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Zudem erfüllt die Einrichtung hoheitliche Aufgaben im Chemikalienrecht und bei der Produktsicherheit. An den Standorten Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz arbeiten über 700 Beschäftigte. www.baua.de

Quelle: presseportal.de

Bildquelle: „obs/Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin/BAuA“

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Mythen rund um das Urlaubsrecht: Arbeitsrechtler der Hochschule Fresenius klärt auf

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⌈Köln (ots) – In einigen Bundesländern beginnen bald die Sommerferien. Damit wird die Urlaubszeit eingeläutet. Egal ob der Urlaub schon zu Beginn des Jahres geplant oder erst kurzfristig gebucht wurde, viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben jedes Jahr Fragen bezüglich des Urlaubsrechts. Der Arbeitsrechtler und Professor an der Hochschule Fresenius, Prof. Dr. Michael Fuhlrott, erklärt, was es zu beachten gibt.⌋

Grundsätzlich gilt, dass Arbeitnehmer ihren Urlaub immer beantragen und Arbeitgeber ihn gewähren müssen. Unzutreffend ist daher die Aussage, „Urlaub zu nehmen“. Gibt es allerdings keine berechtigten Gründe, die dagegensprechen, ist der Arbeitgeber jedoch gehalten, den Urlaub abzusegnen. Macht der Arbeitnehmer frei, obwohl dies vom Arbeitgeber nicht gewährt wurde und bleibt der Arbeit damit unentschuldigt fern, kann das ein Grund für eine fristlose Kündigung sein. Um das Urlaubsrecht ranken sich aber auch zahlreiche Mythen. Prof. Dr. Fuhlrott erklärt, warum sie keine rechtliche Grundlage haben:

Unternehmen können nicht verlangen, dass der gesamte Urlaub zu Jahresbeginn festgelegt wird.

„Der Arbeitgeber darf verlangen, dass Arbeitnehmer sich zu Beginn des Jahres Gedanken über ihre Urlaubspläne machen und frühzeitig den Jahresurlaub planen. Der Arbeitgeber hat also ein Recht auf Planungssicherheit. Auch muss der Arbeitgeber nicht sofort über einen Urlaubsantrag entscheiden. Insbesondere wenn noch Abstimmungen mit anderen Arbeitnehmern zur Vertretung erforderlich sind oder die Arbeitsplanung noch nicht steht, darf er die Entscheidung über die Urlaubsgewährung einige Zeit zurückstellen.“

Der Arbeitgeber darf keine Betriebsferien anordnen.

„Viele Firmen legen fest, dass beispielsweise zwischen Weihnachten und Silvester der Betrieb geschlossen wird und alle Mitarbeiter in dieser Zeit Urlaub nehmen müssen. Auch eine Werksschließung im Sommer oder sogar im November mit der Verpflichtung für zwei Wochen, Urlaub zu nehmen, wäre möglich. Für die Planungen der Arbeitnehmer muss dies aber rechtzeitig angekündigt werden und es muss ein angemessener Zeitraum von Urlaubstagen verbleiben, über den die Mitarbeiter frei verfügen können. Zulässig sind auch Beschränkungen des Urlaubs für bestimmte Zeiten: So darf ein Logistikunternehmen z.B. eine Urlaubssperre für die Vorweihnachtszeit verhängen oder eine Schule dem Hausmeister Urlaub außerhalb der Schulferien versagen.“

Eltern mit schulpflichtigen Kindern dürfen immer in den Schulferien Urlaub nehmen.

„Einen gesetzlich festgelegten Anspruch auf Urlaub für Eltern schulpflichtiger Kinder in den Schulferien gibt es nicht. In Ausnahmefällen kann für ein bestimmtes Projekt zeitweise sogar eine Urlaubssperre verhängt werden. Der Vorgesetzte darf zudem die Mindestbesetzung des Unternehmens oder der Abteilung festlegen. Sicher ist jede Firma jedoch gewillt, familienfreundliche Regelungen zu finden. Gibt es allerdings mehr Urlaubswünsche von Eltern mit Kindern als der Arbeitgeber genehmigen möchte, muss er -gegebenenfalls jahresweise verteilt – versuchen, die widerstreitenden Urlaubswünsche gerecht zu verteilen.“

In der Probezeit darf man keinen Urlaub nehmen.

„Der zweiwöchige Griechenlandurlaub ist schon lange gebucht und bezahlt. Doch kurz vorher wechselt man den Job. Vielen stellt sich die Frage, ob sie die Reise in diesem Fall canceln müssen. Es empfiehlt sich, dies bereits im Vorstellungsgespräch anzusprechen, um eine Einigung zu finden. Denn: Im neu angetretenen Arbeitsverhältnis hätte man keinen Anspruch auf diesen Urlaub. Grundsätzlich erwirbt man auch während der Probezeit pro Monat mindestens zwei Tage Urlaubsanspruch, den man nach Genehmigung des Vorgesetzten auch nehmen darf. Der volle Urlaubsanspruch wird allerdings erst nach sechs Monaten erworben. Wer also in seinem neuen Job nach drei Monaten schon eine zweiwöchige Reise antreten will, tut gut daran, dies rechtzeitig abzustimmen.“

Krankheit im Urlaub das persönliche Pech des Arbeitnehmers.

„Natürlich mindert eine Krankheit die Urlaubsfreuden. Wer sich aber im Urlaub an der Paella den Magen verdorben hat oder beim Mountainbiking stürzt und verletzt, urlaubt nicht mehr, sondern ist krank. Krankheit geht dem Urlaub arbeitsrechtlich vor. Der Urlaub kann daher erneut beansprucht werden. Wichtig ist aber, dass der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber seine Erkrankung unverzüglich mitteilt. Möchte der Arbeitnehmer also später seinen Urlaub erneut geltend machen, muss er seinen Arbeitgeber umgehend informieren. Tut der Arbeitnehmer dies nicht, bekommt er zwar bei Nachweis der Erkrankung nach Rückkehr die Tage ebenfalls gutgeschrieben, riskiert aber eine Abmahnung wegen Verletzung seiner Anzeigepflicht.“

Für Notfälle kann der Chef Mitarbeiter aus dem Urlaub zurückrufen „Einmal gewährter Urlaub kann nicht wieder zurückgenommen werden. Nur in absoluten Notfällen mag im Einzelfall anderes gelten – etwa wenn das Unternehmen sonst den Betrieb nicht aufrechterhalten könnte. Eine Firma kann seine Mitarbeiter allenfalls um eine Rückkehr oder einen Verzicht bitten und müsste dann aber auch sämtliche anfallenden Kosten übernehmen. Auch die Urlaubsadresse muss vom Arbeitnehmer nicht hinterlassen werden und das Smartphone darf abgeschaltet werden. Urlaub dient der Erholung, so dass der Arbeitnehmer hier sprichwörtlich ein Recht zum Abschalten hat.“

Fällt der Rückflug aus, ist das höhere Gewalt

„Arbeitnehmer sind gehalten, sich über den Stand ihrer Rückflüge zu informieren. So werden z.B. oft Streiks längere Zeit im Vorfeld angekündigt, so dass Mitarbeiter sich auf diese Situation vorbereiten können. Ist für den Arbeitnehmer daher schon vorher sicher absehbar, dass der Rückflug oder die Fähre ausfallen wird und eine rechtzeitige Rückkehr nicht gewährleistet ist, muss er aktiv werden und ggf. schon vorher seine Flüge umbuchen, um rechtzeitig wieder erscheinen zu können oder um eine Urlaubsverlängerung bitten. Auch bei urplötzlich eintretenden Naturereignissen wie einem ausbrechenden isländischem Vulkan, die zur Streichung aller Flüge führt gilt: Erscheint man wegen stornierter Flüge nicht rechtzeitig im Büro, muss der Mitarbeiter seinen Chef nicht nur unverzüglich darüber in Kenntnis setzen, sondern für diese Zeit auch bezahlten oder ggf. unbezahlten Urlaub nachreichen.“

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Prof. Dr. Michael Fuhlrott ist Fachanwalt für Arbeitsrecht und Professor für Arbeitsrecht an der Hochschule Fresenius, wo er am Hamburger Standort den Bachelorstudiengang Wirtschaftsrecht (LL.B.) und den Masterstudiengang Human Resources Management (M.A.) leitet.

Über die Hochschule Fresenius

Die Hochschule Fresenius mit ihren Standorten in Frankfurt am Main, Hamburg, Idstein, Köln, München und den Studienzentren in Berlin, Düsseldorf und New York gehört mit rund 12.000 Studierenden zu den größten und renommiertesten privaten Hochschulen in Deutschland. Sie blickt auf eine mehr als 170-jährige Tradition zurück. 1848 gründete Carl Remigius Fresenius in Wiesbaden das „Chemische Laboratorium Fresenius“, das sich von Beginn an sowohl der Laborpraxis als auch der Ausbildung widmete. Seit 1971 ist die Hochschule staatlich anerkannt. Sie verfügt über ein sehr breites, vielfältiges Fächerangebot und bietet in den Fachbereichen Chemie & Biologie, Design, Gesundheit & Soziales, onlineplus sowie Wirtschaft & Medien Bachelor- und Masterprogramme in Vollzeit sowie berufsbegleitende und ausbildungsbegleitende (duale) Studiengänge an. Die Hochschule Fresenius ist vom Wissenschaftsrat institutionell akkreditiert. Bei der Erstakkreditierung 2010 wurden insbesondere ihr „breites und innovatives Angebot an Bachelor- und Master-Studiengängen“, „ihre Internationalität“ sowie ihr „überzeugend gestalteter Praxisbezug“ vom Wissenschaftsrat gewürdigt. Im April 2016 wurde sie vom Wissenschaftsrat für weitere fünf Jahre re-akkreditiert. Weitere Informationen finden Sie auf unseren

Websites:

www.hs-fresenius.de

www.wir-sind-unsere-Zukunft.de

Quelle: presseportal.de

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Befristete Teilzeit: Groko will Rückkehr auf Vollzeit ermöglichen

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Berlin (ots) – Jeder Arbeitnehmer darf grundsätzlich in Teilzeit gehen. Das Problem: Es gibt bislang kein Rückkehrrecht auf Vollzeit – die berühmte Teilzeit-Falle. Die Groko will dieses Manko beheben mit einem Recht auf befristete Teilzeit für Unternehmen mit mehr als 45 Mitarbeitern. Auch will sie Teilzeittätigkeit in Führungspositionen stärker als bisher ermöglichen. Der gemeinnützige Verbraucher-Ratgeber Finanztip erklärt, welche Rechte Arbeitnehmer schon bisher haben, die gerne in Teilzeit arbeiten wollen.

Mehr als 8 Millionen Menschen haben nach jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts 2016 in Deutschland in Teilzeit gearbeitet. Ein Rechtsanspruch auf Teilzeit besteht, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind. Erstens: Der Mitarbeiter hat mindestens sechs Monate für das Unternehmen gearbeitet. Und zweitens müssen im Unternehmen mehr als 15 Mitarbeiter beschäftigt sein. Das können Arbeitnehmer, die weniger arbeiten wollen, für sich nutzen: „Wer zum Beispiel keine Teilzeitstelle findet, kann zunächst eine Vollzeitstelle annehmen und später bei seinem Arbeitgeber beantragen, die Arbeitszeit zu verkürzen“, sagt Dr. Britta Beate Schön, Rechtsexpertin bei Finanztip. „Arbeitnehmer haben das Gesetz auf ihrer Seite – und das ist moderner und flexibler, als viele glauben.“

Den Chef schriftlich über gewünschte Arbeitszeit informieren

Wer in Teilzeit gehen möchte, sollte das dem Chef schriftlich mitteilen. „Machen Sie das am besten mit mindestens drei Monaten Vorlauf“, sagt Schön. „Geben Sie an, wie viele Stunden Sie zukünftig arbeiten möchten und wie diese verteilt sein sollen.“ Ein Musterschreiben für den Antrag finden Arbeitnehmer auf der Seite von finanztip.de. Einen Grund muss der Mitarbeiter nicht angeben. „Es schadet aber nichts, den Wunsch mit zwei, drei kurzen Sätzen zu begründen.“ Reagiert der Arbeitgeber bis einen Monat vor dem gewünschten Beginn der Teilzeit nicht mit einer schriftlichen Ablehnung, verringert sich die Arbeitszeit zum gewünschten Zeitpunkt.

Den Teilzeitwunsch kann der Chef kaum ablehnen

Betriebliche Gründe sind das einzige, was der Chef für eine Ablehnung heranziehen kann. Dazu zählen beispielsweise Beeinträchtigungen des Arbeitsablaufs, der Sicherheit im Betrieb oder das Entstehen unverhältnismäßig hoher Kosten. „Häufig wird Teilzeit abgelehnt, weil Firmenkunden erwarten, dass sie einen festen Ansprechpartner haben, weil sich keine Ersatzkraft finden lässt oder der Arbeitsaufwand zu hoch sei“, erklärt Schön. „Doch dafür muss der Arbeitgeber mit einem Organisationskonzept belegen, dass er seinen Mitarbeiter unbedingt in Vollzeit benötigt. An diesem Konzept scheitern Chefs meist vor Gericht.“

Etwas weniger netto für deutlich mehr Freizeit

Wichtig zu wissen: Wer Teilzeit arbeitet, verdient weniger und zahlt auch weniger in die Rentenversicherung ein. Wegen der steuerlichen Progression können einige Arbeitnehmer aber mehr Freizeit gewinnen, als sie an Nettolohn verlieren. Einen guten Überblick über die finanziellen Auswirkungen der Teilzeit können sich Arbeitnehmer mit dem Online-Rechner des Bundesministeriums für Arbeit verschaffen. Wichtig: „Lassen Sie sich unbedingt von der Rentenversicherung beraten, was eine Teilzeitarbeit für Ihre Rente bedeutet.“

Weitere Informationen

https://www.finanztip.de/teilzeitarbeit/

Quelle: Original-Content von: Finanztip Verbraucherinformation gemeinnützige GmbH, übermittelt durch news aktuell/presseportal.de

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Arbeitsrecht

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Arbeitsrecht gehört in Deutschland zu jenen Rechtsgebieten, die immer wieder ein gewisses mediales Interesse erfahren. Schuld sind meist Prozesse, in denen es um weitreichende juristische Entscheidungen – in Bezug auf die Rechte der Arbeitnehmer – geht. Dabei befassen sich Arbeitsrechtler nicht nur mit allgemeinen Fragestellungen wie Urlaubsregelungen, sondern haben sehr oft spezielle Fragen zu klären. Im Folgenden erklären wir Ihnen, was das Arbeitsrecht ist und worum es dabei genau geht.

Was ist das Arbeitsrecht?

Das Arbeitsrecht umfasst ein sehr breit gefächertes Rechtsgebiet, in dem es um verschiedene Sachverhalte geht. Gemein ist diesen, dass es um unselbständige Erwerbstätigkeiten geht. Dabei wird grundsätzlich zwischen Arbeitsrecht für Arbeitnehmer und Arbeitgeber (das sogenannte Individualarbeitsrecht) und das Kollektivarbeitsrecht unterschieden. Letzteres betrifft Arbeitgeberverbände und Arbeitnehmervertretungen. Zu diesen gehören beispielsweise Personal– und Betriebsräte.

In Deutschland basiert das Arbeitsrecht nicht auf einer einzigen Rechtsverordnung, sondern wird von verschiedenen Gesetzen, wie:

dem BGB (Bürgerliches Gesetzbuch)
dem Kündigungsschutzgesetz
dem Entgeltfortzahlungsgesetz
dem Mutterschutzgesetz

und vielen weiteren Vorschriften berührt. Diese Rechtsnormen regeln unter anderem, unter welchen Bedingungen ein rechtsgültiger Arbeitsvertrag zu gestalten ist oder ab welchem Punkt einzelne Klauseln – etwa in Bezug auf die Vergütung – als sittenwidrig gelten.

Beispiel Arbeitsvertrag: Dieser entsteht auf Grundlage von § 611a BGB und sieht unter anderem die Unterwerfung des Arbeitnehmers unter die Weisungsbefugnis des Arbeitgebers vor. Auf der anderen Seite ist der Arbeitgeber zur Zahlung der Leistung – sprich des Lohns – verpflichtet. Im Arbeitsrecht geht es um ganz unterschiedliche Fragen. Diese betreffen zum Beispiel Aspekte wie den Anspruch auf eine Vergütung von Überstunden oder die Frage, ob bei kurzzeitiger Verhinderung der Arbeitnehmer Anspruch auf eine Entgeltfortzahlung hat. Letzteres kann der Unternehmer als Arbeitgeber arbeitsvertraglich – anders als bei einer Lohnfortzahlung wegen Krankheit – ausschließen lassen.

Was sind die geläufigsten Berührungspunkte zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Arbeitsrecht?

Das Arbeitsrecht umfasst eigentlich alle Schnittstellen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Gerade die Tatsache, dass der Beschäftigte sich in einem Abhängigkeitsverhältnis gegenüber dem Arbeitgeber befindet, macht das Arbeitsrecht so bedeutend.

Arbeitnehmer sind in besonderer Weise schutzbedürftig, da sich Arbeitgeber in der deutlich stärkeren Position befinden. Wo kommt es zwischen beiden Gruppen häufiger zu Auseinandersetzungen?

Streit um Lohn und Gehalt

Arbeitgeber sind nach dem BGB zur Erbringung des Lohns verpflichtet. In der Vergangenheit sind Beschäftigte immer wieder vor Arbeitsgerichte gezogen – aufgrund nicht gezahlter Gehälter oder Lohnbestandteile. Ein besonders schwerwiegendes Thema betrifft die Überstunden.

So sind Klauseln durchaus schwierig, die zwar zur Mehrarbeit verpflichten – allerdings keinen entsprechenden Ersatz vorsehen. In einem Urteil hat beispielsweise das BAG im Jahr 2012 einer zu pauschalen Regelung der Überstunden eine Absage erteilt. Für den Arbeitnehmer muss aus den Klauseln des Arbeitsvertrags klar sein, wie viel Arbeit er zu erwarten hat. Betroffene können hier einen Fachanwalt konsultieren und ihre Rechte durchsetzen.

Das Thema Kündigung

Ein beliebtes Streitthema sind die Kündigungen. Letztere können aufgrund einer wirtschaftlichen Schieflage des Unternehmens ausgesprochen werden. Nicht selten greifen Unternehmen aber auch zu einer personenbezogenen Kündigung. Heißt: Dem Arbeitnehmer werden die Fähigkeiten und Möglichkeiten abgesprochen, die geschuldete Leistung zu erbringen. Ein Beispiel ist der Eintritt einer dauerhaften Erkrankung.

Regelmäßig Streit provoziert aber auch die verhaltensbedingte Kündigung. Hierbei handelt es sich um das eigentlich letzte Mittel, um ein Fehlverhalten des Arbeitnehmers zu sanktionieren. Begründet werden kann eine verhaltensbedingte Kündigung etwa mit häufigem Zuspätkommen oder der Nutzung des Internets zu privaten Zwecken. Aber auch Gehaltspfändungen oder der Verdacht, bei einer Krankschreibung die Genesung verzögert zu haben, können eine Kündigung nach sich ziehen.

Das Problem: Im Arbeitsrecht ist die Kündigung als letztes Mittel vorgesehen bzw. sollte nur bei schwerwiegenden Verstößen ausgesprochen werden. Arbeitnehmer fühlen sich schnell ungerecht behandelt – und streben eine Kündigungsschutzklage an.

Abmahnungen im Arbeitsrecht

Arbeitnehmer können einen Beschäftigten bei Fehlverhalten abmahnen. Dieses Mittel wird regelmäßig eingesetzt. Allerdings steht die Rechtmäßigkeit der Abmahnung auf einem anderen Blatt. Arbeitsrechtler werden daher nicht nur mit Themen wie der Kündigung konfrontiert. Auch der Versuch, einer Abmahnung entgegenzutreten, landet immer wieder vor den Arbeitsgerichten.

Fazit: Arbeitsrecht – Streitschlichter und Schutzfunktion

Mit der Unterschrift unter den Arbeitsvertrag treten Sie als Arbeitnehmer in ein besonders schwerwiegendes Abhängigkeitsverhältnis zum Arbeitgeber. Ohne den Schutz gesetzlicher Regelungen könnte hier ein sehr starkes Ungleichgewicht entstehen. Das Arbeitsrecht tritt hier als Vermittler in Erscheinung und nimmt eine Überwachungsfunktion wahr. Berührt werden hiervon ganz unterschiedliche Bereiche. Entsprechend groß ist die Tragweite einiger Entscheidungen. Und wie Urteile der Vergangenheit beweisen, hat das Arbeitsrecht seine Daseinsberechtigung. Besonders im Zusammenhang mit Kündigungen durch den Arbeitgeber oder Streit um den Lohn würde der Arbeitnehmer sonst sehr schnell benachteiligt – was durch das Arbeitsrecht vermieden werden soll.

Gastbeitrag von Hesse/Schrader – Büro für Berufsstrategie GmbH

 

 

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