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Berufserfahrung vs. Soft-Skills – was überzeugt den Personaler mehr?

Symbolbild

Besonders für Berufseinsteiger stellt das Verfassen einer Bewerbung meist eine große Herausforderung dar. Viele Unternehmen geben sich schon lange nicht mehr rein mit einem guten Universitätsabschluss und einem absolvierten Praktikum oder Nebenjob zufrieden – 2 bis 3 Jahre Berufserfahrung fordern viele in ihren Stellenausschreibungen. Doch wie lässt sich das realisieren, wenn kein Unternehmen Berufseinsteigern die Chance gibt Berufserfahrung zu sammeln? Ist Berufserfahrung das ausschlaggebende Kriterium einer jeden Bewerbung? Oder kann man Personaler auch mit wenig Berufserfahrung überzeugen? Welche Rolle spielen die persönlichen Eigenschaften der Bewerber, die sogenannten Soft-Skills?

Was sind Soft-Skills?
Unter dem Begriff Soft-Skills, übersetzt weiche Faktoren, werden sogenannte Schlüsselqualifikationen oder soziale Kompetenzen verstanden, welche mit der Persönlichkeit, dem Charakter und Verhaltensweisen des Bewerbers verknüpft sind. Auch die persönliche Reife eines Bewerbers lässt sich anhand seiner Soft-Skills sehr gut bewerten. Im Allgemeinen handelt es sich dabei also um nicht fachliche Qualifikationen oder Kompetenzen. Soft Skills umfassen:

  • persönliche Kompetenzen – den Umgang mit sich selbst (etwa Selbstdisziplin, Selbstvertrauen oder Selbstkritik)
  • soziale Kompetenzen – den Umgang mit anderen Menschen (z.B. Teamfähigkeit oder Empathie)
  • methodische Kompetenzen – das Beherrschen bestimmter Techniken/Methoden (etwa Medienaffinität oder Problemlösungskompetenz)

Damit beschreiben sie überfachliche Qualifikationen und sind im Gegensatz zu den fachlichen Fähigkeiten, den Hard Skills (u.a. der Berufserfahrung) sehr viel schwieriger zu überprüfen.

Typische Soft Skills sind: Teamfähigkeit, Kritikfähigkeit, Lernbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein, Eigeninitiative, Empathie oder Kommunikationsfähigkeit. Besonders die sozialen Kompetenzen sind stark mit der jeweiligen Persönlichkeit verbunden und werden oftmals schon in der Kindheit erworben bzw. trainiert. Eigenschaften der methodischen Kompetenzen, wie etwa rhetorische Fähigkeiten, können zwar ebenfalls bereits früh entstehen, werden in der Regel aber erst im Laufe des Bildungsweges weiterentwickelt, geschult und bestenfalls perfektioniert. Die individuelle Liste der persönlichen Soft Skills ist somit also nie ganz abgeschlossen und ein stetiger Lernprozess.

Welche Soft-Skills sind in der Bewerbung relevant?
Da ein jeder Bewerber bestimmte Soft Skills besitzt und diese einen wachsenden Stellenwert in der Bewerbung haben, listen sie viele Bewerber wahrlos in Anschreiben und Lebenslauf auf – leider ganz entgegen dem Motto: Weniger ist mehr. Denn oft sind die Bewerber unsicher und denken sich, besser alles erwähnen, irgendwas davon wird dann schon passen. Doch das ist oft ein großer Fehler! Beliebigkeit und reines Auflisten von Soft-Skills nimmt jedem Bewerbungsschreiben die Qualität. Schließlich kommt es hier nicht auf die Quantität, sondern auf die Qualität der Soft Skills an.

Um für die Bewerbung die passenden Soft-Skills herauszufiltern, auf die es ankommt, gibt es verschiedene Aspekte zu beachten. Zunächst sollte man sich immer auf seine individuellen Fähigkeiten konzentrieren. Es gibt unzählige Soft-Skills und natürlich kann nicht jeder jede Fähigkeit besitzen. Bei der Bewerbung gilt also: unbedingt bei der Wahrheit bleiben! Denn besonders was Soziale Kompetenzen und Co. angeht, werden Lügen sehr schnell enttarnt – spätestens in den ersten Wochen im neuen Job. Schlimmstenfalls ist man dann nicht nur seinen Job bereits in der Probezeit wieder los, sondern hat auch seine Glaubwürdigkeit verspielt. Des Weiteren ist es wichtig herauszufinden, welche Soft-Skills genau gesucht werden. Idealerweise ist die perfekte Bewerbung auf exakt die Soft-Skills ausgerichtet, die für die angestrebte Position relevant sind. Hier lohnt es sich die Stellenanzeige sowie die Unternehmenswebsite genau zu studieren, denn dort finden sich oft genauen Anforderungen, die das Unternehmen an Bewerber stellt – nicht nur fachlich, sondern auch im Bereich der sozialen Kompetenzen. Außerdem ist es unausweichlich, die gefilterten Soft-Skills in Ihrer Bewerbung mit Beispielen zu belegen. Leere Phrasen á la: „Ich bin ein sehr kommunikativer und teamfähiger Mensch.“ sind hier nicht gerne gesehen.

Soft-Skills oder Berufserfahrung?
Früher war die reine Berufserfahrung oft ausschlaggebend für viele Personaler. Auch heute noch legen viele Unternehmen, besonders bei Berufseinsteigern, sehr viel Wert darauf. Zunehmend werden aber auch Soft-Skills mehr und mehr zum Wettbewerbsvorteil. Aber warum? Ganz einfach: Hinter den Soft Skills verbirgt sich oft das wahre Potenzial eines Bewerbers. Wissen kann man sich auch durch stumpfes Auswendiglernen aneignen – es zusammen mit anderen und im Team anzuwenden, ist dann aber eine völlig andere Geschichte.

 

Vor allem wer als Bewerber Eigenschaften wie Offenheit, Lernwilligkeit, Kommunikationsstärke und emotionale Intelligenz mitbringt, passt sehr viel besser ins Team, fügt sich schneller ein, überzeugt und erreicht auch mehr. Und genau darauf kommt es in großen Unternehmen oft an. Schließlich verbringen die allermeisten Menschen den Großteil ihres Tages am Arbeitsplatz, reden mehr mit ihren Kollegen als mit ihrer Familie, kennen das Team besser als ihre Nachbarn und sind deren Launen und Marotten öfter ausgeliefert als dem Partner zu Hause. In der sozialen Gemeinschaft des Büros treffen regelmäßig die unterschiedlichsten Charaktere aufeinander. Damit umgehen und sich einzufügen zu können ist eine wertvolle Eigenschaft – und essenziell für den Erfolg im Beruf. Gerade deshalb legen immer mehr Personaler einen höheren Wert auf die Soft-Skills. Gepaart mit etwas fachlicher Kompetenz und ein wenig Berufserfahrung entsteht so die ideale Basis für den perfekten Bewerber und somit auch den idealen neuen Angestellten.

Gastartikel von richtiggutbewerben.de

Bildquelle: shutterstock_446643208.jpg

Tags : BerufserfahrungBewerbungJobKompetenzSoft-Skills